Airedale Terrier Club Schweiz - SATC

CSAT - Club Suisse de l'Airedale Terrier


Als unsere Hündin Zita 14 Jahre alt wurde, habe ich sie als «Alter Hund» in der Zeitschrift «Schweizer Hunde Magazin» vorgestellt. Denn ich dachte, sie hätte nun bald ihre maximale Lebenserwartung ausgeschöpft. Mitnichten. Inzwischen ist Zita (Bijou von der Kernenmühle) 15 ½ Jahre alt und damit möglicherweise der älteste Airedale in der Schweiz.

Wie geht es einem Airedale in diesem Alter? Wie geht es uns mit einer so alten Hündin? Unsere Hündin läuft noch täglich mindestens eine Stunde oder mehr am Stück, zwar langsam und mit Päuschen, aber konstant und gern. Kommt eine Sitzbank am Waldrand, macht sie jeweils Halt und erwartet, dass wir absitzen, während sie selbst die vertrauten Plätze im Gebüsch aufsucht. Gern wälzt sich unsere alte Tante dann im Schnee oder in einer selbst gegrabenen Kuhle und zeigt uns, dass sie noch Lebensfreude hat.

Gibt es keine Bänke am Wegesrand, verweilt die Hundenase umso häufiger an den diversen «Poststellen» am Wegesrand und analysiert die Markierungen der Artgenossen. Das verschafft den steifen Gelenken eine kleine Verschnaufpause.
 
Rufen ist zwecklos
An der Leine hat unsere Hündin Unsitten entwickelt, die wir früher nicht toleriert hätten. Plötzlich zieht sie in eine andere Richtung und versucht mit aller Kraft, zu einem interessanten Geruch zu gelangen. Hat sie die «Hundepost» überlaufen, geht es mit einem Ruck rückwärts. Abgeleint auf vertrautem Terrain läuft sie stur geradeaus, egal, ob die Menschen durch ein Gespräch aufgehalten werden und stehen bleiben. Schnell ist sie verschwunden, und wir müssen hinterherlaufen, um sie anzuhalten. Rufen ist zwecklos, denn die Ohren sind taub. Auch Handzeichen sind vergebens, denn die Grossmutter sieht praktisch nichts mehr. Auch muss man Acht geben, dass unsere Grossmutter nicht plötzlich in einen Bach oder eine Grube fällt. An neutral riechenden Laternenpfählen oder sonstigen Hindernissen riskiert sie, sich die Schnauze zu stossen, wie auch daheim an falsch platzierten Stühlen oder offen stehenden Schubladen. Aber der Airedale ist ja – wie bekannt - nicht wehleidig und steckt solche kleinen Pannen einfach weg.
 
Mit dem Begleithundtraining ist zwar schon lange Schluss, aber unsere Hündin besucht trotz all ihrer Gebresten noch immer in eine Plauschgruppe, in der sie es geniesst, unter Artgenossen zu sein, an der Leine einen leichten Parcours zu laufen, (geführt) auf Paletten Platz zu machen oder durch einen Tunnel zu laufen. Am 7. März 2010 haben wir sogar noch an der Frühlingswanderung der Regionalgruppe Ost des SATC teilgenommen, bei Schnee und eisiger Bise. Die Muskulatur ihrer hinteren Läufe ist noch erstaunlich gut ausgebildet.
 
Ein Tänzchen mit Rüden
Auch das Fell sieht noch gut aus. Da gibt es keine kahlen Stellen, die Decke ist nur ein wenig grau geworden, Kopf und Läufe sind durch das Scheren sehr hell. Wer uns mit dem Hund begegnet und nicht kennt, glaubt kaum, wie alt die Vierbeinerin ist. Wer allerdings genauer hinschaut, bemerkt den unstabilen Gang. Wer unseren Airedale früher im Spiel auf den Rücken legen wollte, hatte keine Chance. Die Hündin stand wie ein Bock. Wenn ihr heute ein Junghund die Pfote auf den Rücken legt, geht sie in die Knie. Was sie aber nicht daran, hindert, mit jüngeren Rüden, die ihr gefallen, noch durchaus ein steifes Tänzchen zu wagen. Treppen, vor allem glatte, sind zu einem fast unüberwindlichen Hindernis geworden. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, schieben wir aufwärts und legen fürs Abwärtsgehen das Spurengeschirr zum Bremsen an.
 
Wie alte Menschen auch, nimmt die Vierbeinerin Medikamente, ein Mittel für die Durchblutung und eins, das den Herzmuskel stärkt. Wer weiss, was wir alles nehmen werden, falls es uns je beschieden sein wird, über hundert Jahre alt zu werden. Hoffentlich nicht, denn eine so persönliche und liebevolle Betreuung rund um die Uhr wie unsere Hunde haben Menschen in diesem Alter wohl eher selten – sei das Pflegeheim auch noch so gut und bezahlbar.
 
Die Unsicherheit ist schwer zu ertragen
Die Schwierigkeit für uns besteht zurzeit darin, diesen langsamen aber graduellen Abbau unseres Hundes mitzuerleben, in dem Bewusstsein, dass es jeden Tag zuende gehen kann. Eine schmerzhafte Muskelzerrung, eine Futterverweigerung aufgrund einer Dickdarmentzündung mit Durchfall: Jedes Mal fragt man sich: « Ist der Zeitpunkt gekommen?» Die Unsicherheit setzt einem zu.
 
Weil der Durchfall nicht aufhört, wird ein Ultraschall gemacht, um die Lage abzuschätzen. Wie sieht es in dem Hundebauch aus? Das Ergebnis zeigt keine Notwendigkeit, den Hund einzuschläfern. Alle wichtigen Organe sind nach wie vor funktionsfähig. Wir müssen uns auf eine ungewisse Zeit einstellen. Vielleicht kommt unser Hund ja doch noch einmal mit in die Camping-Ferien.
Christine Kaiser
 
Nachtrag
Leider war mein Optimismus unberechtigt. Nachdem ich diesen Text verfasst hatte, hat unser Hund hat nur noch zwei Wochen gelebt. Ihr Durchfall war auch mit Medikamenten nicht mehr zu kontrollieren (Vermutung auf Darmkrebs). Unsere Zita wurde inkontinent und hat nach und nach sämtliche Nahrungsangebote verweigert. Am 24. März 2010 haben wir sie friedlich einschlafen lassen. Sie wurde 15 ½ Jahre plus 15 Tage. Wir sind dankbar, dass wir sie so lange begleiten durften.
Christine Kaiser
 
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Termine

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29.04.

Frühlings-Ankörung
abgesagt mangels Anmeldungen

06.05. Ringtraining
27.05. Ringtraining
02.06. 2. 5R-Training
17.06. CAC Clubschau

 

 

 

Impressionen

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